

Simone Aughterlony und Phil Hayes tun, was sie sagen, und sie sagen, was sie tun. Im Bühnenbild von Janina Audick, die auch die Umgestaltung der Räumlichkeiten im HAU Hebbel am Ufer konzipiert hat, gehen Phil Hayes und Simone Aughterlony der vorgeblichen Rangordnung dieser beiden Kommunikationsformen nach und entwerfen eine Praxis des Dialogs, in der sie gleich viel Gewicht haben. Zwei anfänglich getrennte Territorien verwandeln sich in „Show and Tell“ in einen gefräßigen Theaterorganismus, der Bühne und Zuschauerraum schluckt. In ihm stecken sich Wort und Bewegung gegenseitig an, befallen und zersetzen einander, verdauen sich und scheiden sich wieder aus. Als Geschichtenerzähler und Showstars, vermessen die Tänzerin und Choreografin sowie der Schauspieler und Performer einen Körper, der nie einfach nur gegeben oder anwesend ist, sondern vor allem in den Momenten des Zusammenbruchs in unser Bewusstsein tritt. Dieser Körper ist der stille Protagonist, der imaginäre Dritte in diesem Duett. Seine Biografie schreibt sich in Formen von Krankheiten und Narben in ihn ein. Er blutet und heilt, wächst und zerfällt – spektakulär authentisch. Oder wirklich fantastisch?
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