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Schlosspark Theater
Die Geschichte des renommierten Theaters reicht zurück bis in das Jahr 1804. Baustil Klassizismus. Architekt des Hauses war Heinrich Gentz nach Entwürfen von David Gilly; Bauherr Carl Friedrich von Beyme. 1921 fand das Theater eine neue Unterkunft im Wirtschaftstrakt des Wrangelschlösschens (Gutshaus Steglitz). Dieses im klassizistischen Stil errichtete Haus wurde eigens dafür von Hans Heinrich Müller umgebaut und fasste 440 Plätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Boleslaw Barlog das Theater 27 Jahre lang bis 1972 und inszenierte über 100 Stücke. Unter anderem gehörten Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held zum Ensemble. Seine Nachfolger waren erst Hans Lietzau und danach Boy Gobert.

In der Nachkriegszeit feierten deutschsprachige Erstaufführungen berühmter zeitgenössischer Dramatiker hier Premiere. Samuel Beckett inszenierte im Hause selbst sein bekanntes Stück Warten auf Godot. Hildegard Knef hatte im Schlossparktheater ihr Theaterdebüt. Für die Uraufführung der von Max Brod dramatisierten Fassung von „Das Schloß“ wurde das Ensemble des Theaters 1953 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 1950 wurde das Schlossparktheater als Teil des Schillertheaters zum Staatstheater ernannt und war dessen kleinere Spielstätte. Weitere große Namen zu damaliger Zeit auf oder hinter der Bühne waren: Klaus Kinski, Erich Schellow, Johanna von Koczian, Klaus Kammer, Gudrun Genest, Bernhard Minetti, Berta Drews, Walter Franck, Marianne Hoppe, Carl Raddatz, Arthur Wiesner und Peter Ustinov

Nach der Schließung der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin im Jahre 1993 wurde das Schlossparktheater als Privattheater mit staatlichen Zuschüssen betrieben. Aus der Konkursmasse der nach der Wende abgewickelten Staatlichen Schauspielbühnen übernahm Heribert Sasse das Schlossparktheater als Privatbühne.

2004 bis 2006 war der Unterhaltungskonzern Stage Entertainment, der in Berlin auch das Theater des Westens und das Theater am Potsdamer Platz betreibt, finanzkräftiger Partner des Schlossparktheaters. Die Zuschauerzahlen erreichten jedoch auch unter neuer Leitung nicht das erwartete Niveau. Ab Sommer 2006 wurden im Schlossparktheater keine Theatervorstellungen mehr gezeigt.

Im Dezember 2008 übernahm Dieter Hallervorden das Schlossparktheater, um es unter seiner Leitung als Sprechtheater ohne festes Ensemble zu bespielen.
Nach aufwändigen Umbauarbeiten wurde die Spielstätte am 1. September 2009 wiedereröffnet. Das Motto des Schlosspark Theaters ist Programm: Geist mit Humor.