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Theater der Woche

Haus der Kulturen der Welt

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Extra der Woche:
Gewinnen Sie 3 x 2 Freikarten für die Ausstellung FORENSIS.
Einfach eine E-Mail mit dem Betreff "BerlinBühnen" an redaktion@berlin-buehnen.de - Einsendeschluss ist der 27. April 2014. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Das Haus: ein kosmopolitischer Ort für die zeitgenössischen Künste
Das Haus der Kulturen der Welt ist ein Ort für die internationalen zeitgenössischen Künste und ein Forum für aktuelle Entwicklungen und Diskurse. In der Hauptstadt Berlin präsentiert es künstlerische Produktionen aus aller Welt unter besonderer Berücksichtigung nichteuropäischer Kulturen und Gesellschaften.
Bildende Kunst, Musik, Literatur, darstellende Künste, Film, wissenschaftliche Diskurse und digitale Medien werden zu einem in Europa einzigartigen interdisziplinären Programm verknüpft.
In einer Zeit, in der lokale und nationale Fragestellungen untrennbar mit internationalen Entwicklungen verbunden sind, bringt das Haus die Vielstimmigkeit der Welt zu Gehör und macht diese für den innergesellschaftlichen Dialog produktiv. In Zusammenarbeit mit Künstlern und Experten bietet es den Besuchern Gelegenheiten zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit den Konflikten, Herausforderungen und Fragen unserer Zeit: Wie hängen unsere Lebensverhältnisse zusammen? In welcher Zukunft wollen wir leben? Wie können wir unsere Welt intelligenter, aber auch poetischer gestalten?

© Paulo Tavares/Eyal Weizman

FORENSIS

15.3. – 5.5.2014

Von Fingerabdruck bis Internet-Ortung: Forensische Methoden werden eingesetzt, wenn es dem Staat um die Überwachung der Bevölkerung geht. Durch Film und Medien prägt die Forensik zugleich die Vorstellungswelt unserer Gegenwart. Die Ausstellung Forensis untersucht dagegen ihr Potenzial als ästhetisch-politische Praxis – durch die Umkehrung des forensischen Blicks. Wie setzen Individuen und unabhängige Organisationen bildgebende Verfahren zur Ermittlung, Darstellung und Bekämpfung von Missständen und Machtmissbrauch ein?
FORENSIS ist ein Gemeinschaftsprojekt des Hauses der Kulturen der Welt, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, und Forensic Architecture, ein ERC-gefördertes Forschungsprojekt von Goldsmiths, University of London.

© Forensic Architecture und / and Situ Studio

Konnte das 20. Jahrhundert als "Zeitalter des Zeugen" betrachtet werden, hat der heutige "forensic turn" nichts weniger als eine neue kulturelle Vorstellungswelt geschaffen. Die Ausstellung legt die Bedeutung von Forensis – lateinisch für "Gegenstände, die die Öffentlichkeit betreffen" – frei, um die Rolle der materiellen Forensik bei der Formulierung neuer Vorstellungen von öffentlicher Wahrheit zu umreißen. Es geht um "Erzeugen" und "Bezeugen" von Tatbeständen im rechtlichen und politischen Feld durch Präsentation und erzählende Darlegung mithilfe materieller und räumlicher Objekte. Hier verschränken sich ästhetische Praktiken, neue Technologien und architektonische Untersuchungsmethoden in der Bestimmung rechtlicher Implikationen von politischen Auseinandersetzungen, gewalttätigen Konflikten und Klimawandel.

Für die Ausstellung untersuchen Forschungsprojekte von Künstlern, Filmemachern und Architekten Menschenrechtsverletzungen, Umweltverbrechen und menschengemachte wie "natürliche" Katastrophen und reflektieren so neue politische Handlungsoptionen, die durch technologische Entwicklungen entstehen. Damit werden sowohl diese politischen Projekte forensisch befragt als auch die zeitgenössische Forensik selbst überdacht. Die Fallbeispiele und Untersuchungen reichen von forensischen Rekonstruktionen von Drohnenangriffen im Schattenkrieg in Pakistan und von unterlassener Hilfeleistung für Flüchtlingsboote im Mittelmeer über Untersuchungen zu Ressourcenabbau und Umweltzerstörung am Beispiel von Kupferminen in Chile und Indonesien bis zu historischen Vorgängen wie der Identifizierung von Josef Mengeles Gebeinen in Brasilien im Jahr 1985.Die von Anselm Franke und Eyal Weizman kuratierte Themenausstellung untersucht im Rahmen des zweijährigen Anthropozän-Projektes am HKW die Relation des Menschen zu Materialität und Objekten sowie die Rolle und Instrumentalisierung bei der Formung von Evidenzen.

Mit Arbeiten und Projekten von: Lawrence Abu Hamdan, Nabil Ahmed, Maayan Amir, Anthropocene Observatory (Anselm Franke, Armin Linke, Territorial Agency/John Palmesino and Ann-Sofi Rönnskog), Jacob Burns, Gabriel Cuéllar, DAAR (Alessandro Petti, Sandi Hilal, Eyal Weizman), Forensic Oceanography (Charles Heller, Lorenzo Pezzani), Grupa Spomenik (Damir Arsenijević, Ana Bezić, Pavle Levi, Jelena Petrović, Branimir Stojanović, Milica Tomić), Ayesha Hameed, Samir Harb, Helene Kazan, Thomas Keenan, Steffen Kraemer, Adrian Lahoud, Model Court (Lawrence Abu Hamdan, Sidsel Meineche Hansen, Lorenzo Pezzani, Oliver Rees), Modelling Kivalina (Andrea Bagnato, Daniel Fernández Pascual, Helene Kazan, Hannah Meszaros Martin, Alon Schwabe), Gerald Nestler, Godofredo Pereira, Nicola Perugini, ScanLAB Projects (Matthew Shaw, William Trossell), Susan Schuppli, Francesco Sebregondi, Shela Sheikh, SITU Research (Robert Beach, McKenna Cole, Therese Diede, Akshay Mehra, Charles-Antoine Perrault, Bradley Samuels, Xiaowei Wang), Caroline Sturdy Colls, Paulo Tavares, Srdjan Jovanovic Weiss/NAO, Eyal Weizman und Ines Weizman.
Kuratiert von Anselm Franke und Eyal Weizman.

FORENSIS findet im Rahmen von "Das Anthropozän-Projekt" statt.

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